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Hunde gehören zu den beliebtesten Haustieren. Singles, Paare und Familien holen sich die intelligenten Vierbeiner in ihr zu Hause.

Damit das Miteinander von Mensch und Tier gut funktioniert, muss der Hund seine Grenzen kennen und Regeln beachten.

Doch die Hundeerziehung ist nicht immer einfach. Wer einige Standardfehler kennt und vermeidet, erleichtert sich und seinem Hund das Zusammenleben.

Kommunikationsfehler

Zu den häufigsten Fehlern bei der Hundeerziehung gehören Kommunikationsfehler. Sie erschweren nicht nur die Verständigung, sondern auch die Beurteilung, ob der Hund ein Kommando bewusst nicht beachtet oder einfach nicht verstanden hat.

Besonders wichtig sind kurze, klare Aussagen und Befehle. Für den Vierbeiner ist es schwierig, aus einem wortreichen Redefluss zu erschließen, was er tun soll. Vereinfachen Sie zunächst Ihre Kommandos, bis Sie sich sicher sind, dass er Sie versteht.

Das richtige Timing trägt ebenfalls zum Kommunikationserfolg bei. Besonders bei Belohnung und Strafe ist entscheidend, dass sie unmittelbar nach der gewünschten oder unerwünschten Aktion erfolgen.

Andernfalls kann der Hund nicht erkennen, was er richtig oder falsch gemacht hat. Fühlt er sich wiederholt zu Unrecht bestraft, wird er verunsichert oder kann aggressiv reagieren. Vermeiden können Sie diese Kommunikationsprobleme, indem Sie sich selbst klar werden, was Sie signalisieren.

Hunde reagieren auf Gesten, Worte, Tonfall und generelle Stimmungslage bei der Kommunikation. Kommt es hier zu widersprüchlichen Signalen, wird der Vierbeiner verunsichert oder zeigt unerwünschte Reaktionen.

Beispielsweise hat ein “Nein” oder “Aus” selten Erfolg, wenn er an Ihrer Stimmlage erkennt, dass Sie kein Interesse haben, Ihr Verbot konsequent durchzusetzen.

Probleme durch inkonsequentes Verhalten

Ein wesentlicher Faktor bei der Hundeerziehung ist Konsequenz. Sobald Sie bestimmte Verhaltensregeln aufgestellt und Grenzen gezogen haben, müssen Sie sich selbst daran halten.

Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Hund am Tisch bettelt oder sich in Ihrem Bett aufhält, können Sie das nur durch konsequentes Verhalten erreichen.

Falls Sie Ihrem Vierbeiner gelegentlich doch etwas am Tisch zustecken oder ihn ins Bett lassen, sind Konflikte vorprogrammiert.

Denn er wird austesten, was er sich bei Ihnen erlauben kann. Generell kann inkonsequente Erziehung bei Hunden sehr unterschiedliche Folgen haben. Diese hängen von den individuellen Charaktereigenschaften und dem Alter des Tieres ab.

Bei jüngeren Hunden führt Inkonsequenz oft zu Verunsicherung, die sich in ängstlichem oder aggressivem Verhalten niederschlagen kann. Bei dominanten Tieren besteht die Gefahr, dass Sie Ihre Rolle als Rudelführer nicht etablieren können.

In diesem Fall müssen Sie damit rechnen, dass Sie immer wieder herausgefordert werden. Manche Hunde reagieren bei Inkonsequenz, ihren Besitzer einfach zu ignorieren.

Für eine erfolgreiche Erziehung ist daher wichtig, das Sie sich selbst konsequent an Ihre eigenen Regeln halten.

Hundeerziehung: Das Alter ist entscheidend

Erziehungsmaßnahmen, die nicht altersgerecht durchgeführt werden, zeigen oft unbefriedigende Ergebnisse und führen zu Frustrationen.

Auch, wenn es wünschenswert ist, dass der Vierbeiner schon im Welpenalter eine gute Basisausbildung erhält, ist das nicht immer der Fall. Dann müssen Besitzer mit dem erwachsenen Hund an grundlegenden Kommandos arbeiten.

Achten Sie bei der Hundeerziehung auf das Alter und stellen Sie sich darauf ein. Denken Sie auch daran, dass es rassetypische Unterschiede bei der Entwicklung gibt.

Spätentwickler benötigen einen anderen Zeitplan bei der Erziehung als Frühentwickler. Welpen können sich noch nicht so gut konzentrieren. Sie sind verspielt und brauchen kurze Lernphasen. Auf keinen Fall darf der junge Hund überfordert werden.

Legen Sie viel Wert auf die Entwicklung eines guten Vertrauenverhältnisses. Wenn Ihr Hund in die Pubertät kommt, müssen Sie Ihre Erziehungsweise anpassen. Die Tiere sind in dieser Phase oft unkonzentriert, der Charakter kann sich grundlegend ändern.

Bleiben Sie geduldig und konsequent, damit sich Ihr Vierbeiner vertrauensvoll weiterentwickeln kann. Bei der Erziehung eines erwachsenen Hundes sind Sie mit einer gereiften Hundepersönlichkeit konfrontiert.

Erwachsene Tiere wollen respektiert werden und freuen sich, Neues und Interessantes ausprobieren zu dürfen.

Keine Gewalt einsetzen

Hundeerziehung erfolgt über positive und negativer Verstärkungen: Erwünschtes Verhalten wird belohnt, auf unerwünschtes Verhalten erfolgt eine negative Reaktion.

Experten streiten darüber, wie weit die negativen Verstärkungen und Strafen gehen dürfen. Generell gilt: Wenn Sie von Ihrem Hund als Rudelführer akzeptiert werden, müssen Sie im Normalfall nicht grob werden.

Ein Hund, der gelernt hat, Ihnen zuzuhören, reagiert auch auf ein energisches Kommando oder einen Ruck an der Leine. Schulen Sie Ihren Vierbeiner, dass er aufmerksam bleibt und Ihnen zuhört.

Dann haben Sie es bei der Erziehung leichter. Denken Sie auch daran, dass Tiere eine empfindlichere Sinneswahrnehmung haben, und Schreien viel intensiver und bedrohlicher wahrgenommen wird.

Gewalt und Zwangsmittel haben in einer verantwortungsvollen Hundeerziehung nichts zu suchen. Wenn der Machtkampf zwischen Mensch und Tier eskaliert, sollte ein Fachmann zurate gezogen werden.

Dieser kann entscheiden, welche Veränderungen im Zusammenleben und in der Erziehung notwendig sind. Bei sehr dominanten Tieren ist es möglich, dass der Besitzer tatsächlich überfordert ist.

In diesem Fall sollte der Hund abgegeben werden, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

Gift für die Erziehung: Monotonie und Unterforderung

Monotonie beim Lernen führt nicht nur beim Menschen zur Langeweile und Unlust. Auch bei der Hundeerziehung sind Abwechslung und Unterhaltung bei den Trainingseinheiten gefordert.

Ein gewisses Maß an Routine ist bei der Erziehung nützlich. Sorgen Sie jedoch regelmäßig für neue Reize und Herausforderungen, damit der Hund sich weiter entwickeln kann. Dies ist besonders bei sehr aufgeweckten Rassen wichtig, die gefordert werden möchten.

Viele Hütehunderassen gehören dazu. Sie wurden gezüchtet, um selbstständig auf die Herde aufzupassen und komplexe Aufgaben zu erfüllen. Das eintönige Wiederholen von Aufgaben liegt diesen intelligenten Vierbeinern überhaupt nicht.

Die Folge ist häufig ein widersetzlicher Hund, der sich auf eigene Faust nach neuen Betätigungsfeldern umsieht. In der Regel können Sie schnell feststellen, ob sich Ihr Hund gelangweilt oder unterfordert fühlt.

Er wird es durch Mimik und Körpersprache deutlich ausdrücken. Manche Hunde fangen an, ständig zu bellen, andere zerbeißen aus Langeweile Möbel und Textilien. Wenn Ihr Vierbeiner diese Verhaltensweisen zeigt, hilft oft ein verbessertes Angebot an Aktivitäten.

Bieten Sie ihm verschiedene anspruchsvolle Beschäftigungsmöglichkeiten und sorgen Sie für Abwechslung auf den täglichen Spaziergängen.

Hunde nicht vermenschlichen

Haustiere zu vermenschlichen, gilt als Standardproblem bei der Erziehung. Damit ist nicht die Frage gemeint, ob Sie Ihrem Hund im Winter einen bunten Strickpullover anziehen dürfen oder nicht.

Es geht darum, dass tierisches Handeln und Denken bei der Hundeerziehung nicht nach menschlichen Maßstäben bewertet werden können. Hunde gehören zu den am längsten domestizierten Tierarten und haben sich auf das Zusammenleben mit Menschen eingestellt.

Es ist bekannt, dass Hunde Menschen sehr genau lesen können. Allerdings verarbeiten sie die Informationen aus dem Zusammenleben nach tierischen Maßstäben und handeln danach. Wenn Sie dies bei der Erziehung nicht berücksichtigen, sind Konflikte vorprogrammiert.

Tiere denken nicht logisch oder moralisch. Sie verhalten sich vorwiegend instinktgebunden und reagieren unmittelbar auf eine Situation. Hunde sind Rudeltiere, die ihren Platz in der Gruppe suchen.

Als Hundebesitzer müssen Sie in der Lage sein, die Führungsposition auf Dauer zu übernehmen. Andernfalls wird Ihr Hund Sie zu kleinen und großen Machtkämpfen herausfordern, um die Rangordnung zu überprüfen.

Nehmen Sie sich die Zeit, Verhalten und Körpersprache ihres Vierbeiners genau kennenzulernen. Damit ersparen Sie sich viele Missverständnisse und erleichtern das Zusammenleben.

Zu wenig Kontakt mit Artgenossen

Die meisten Tiere brauchen den Kontakt zu Artgenossen. Hunde sind soziale Tiere, und das Zusammenleben mit Menschen kann den Umgang mit anderen Hunden nicht vollständig ersetzen.

Junge Hunde in der Sozialisierungsphase sollten regelmäßig den Möglichkeit erhalten, andere Hunde kennenzulernen. So lernen sie, ihre Artgenossen einzuschätzen und sich richtig zu verhalten.

Hunde, die sehr wenig Kontakt zu anderen Hunden haben, zeigen häufig Verhaltensauffälligkeiten. Sie können die Signale ihrer Artgenossen nicht richtig interpretieren und wissen nicht, wie sie reagieren sollen.

Sie sind überängstlich oder werden aggressiv, wenn sie beim Spaziergang einem anderen Hund begegnen.

Geben Sie Ihrem Vierbeiner die Möglichkeit, Sozialkontakte zu anderen Hunden zu pflegen. Es gibt sehr gesellige Hunde, die viel Freude daran haben, Freundschaften zu schließen.

Erkundigen Sie sich, wo sich die Hundehalter in ihrer Umgebung treffen, oder besuchen Sie einen Kurs, bei dem Ihr Vierbeiner mit anderen Hunden zusammenkommt.