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Das Hundefell ist der sichtbarste Teil des Hundes an dem viele Sachen über den Hund erkannt werden können: seine Rasse, Alter aber auch die generelle Gesundheit.

Unabhängig von der Haarstruktur und –länge, befinden sich im Fell des Hundes zwei Arten von Haaren; äußere Grannenhaare und Wollhaare. Die Grannenhaare sind steifer, dicker und länger als die Unterhaare, die feiner und wolliger sind. Die Grannenhaare schützen den Hund  vor Sonne, Hitze, Nässe und Schmutz. Die Unterwolle dagegen sitzt direkt an der Haut. Wird sie im nicht regelmäßig und vollständig ausgebürstet, ist dem Hund bei hohen Temperaturen zu heiß, denn sie verhindert, dass das Fell bis auf die Haut durchlüftet wird und der Hund abgekühlt wird.

Die Haare sind bei Hunden nicht am ganzen Körper gleich lang und dicht. Hunde können einen Schopf auf dem Kopf oder eine Halskrause haben, sogar „Hosen“, bzw. längere Haare, die Bereiche hinter den Läufen, Bauch und Rute säumen,  kommen vor. Lange Haare, die an der Rute vorkommen, nennt man Fahne, während seidige Haare, die an der Rückseite der Vorderläufe vorkommen, Befederung genannt werden.

Länge des Hundefells

Die meisten Hunderassen der Welt sind komplett mit Fell bedeckt. Es gibt aber auch Rassen, wie den mexikanischen oder chinesischen Nackthund, der außer einem Büschel auf dem Kopf und der Rute, keine anderen Haare am Körper haben. Ihre Haut ist fein, zart und warm, und stark schwarz pigmentiert.

Kurzhaarige Hunde sind Hunde, deren Haare zwischen 15 und 40 Millimeter lang sind. Die Haare sind glatt, steif und relativ hart. Kurzhaarige Rassen sind unter anderem: der Jack Russell Terrier, der Große Schweizer Sennenhund und die Französische Bulldogge.

Haare bei Hunden mit mittellangem Fell sind zwischen 4 und 7 Zentimeter lang. Langhaarige Hunde haben Haare, die länger als 7 Zentimeter sind. Hier gibt es mehrere Texturen des Fells, weil die Haare fein und seidig, lockig, wollig oder auch zu Schnüren geformt sein können.

Felltexturen

Der Rauhaardackel ist der typischste Vertreter der rauhaarigen Hunde, denn er hat ein raues, sprödes und struppig wirkendes Fell, das eine Luftschicht einschließt.  Aber nicht nur kurzhaarige Hunde haben Rauhaar, sondern es gib auch Hunde mit mittellangem rauhaarigen Fell wie der Berger Picard.

Ein glatthaariger Hund ist ein Hund, der glattes, glänzendes und eng am Körper anliegendes Fell hat, wie der Rottweiler oder wenn die Haare glatt sind und eine Länge von 5 bis 15 mm haben und entweder sehr fein (Pinscher) fein (Whippet) oder dicker (Vorstehhund) sind.

Beim seidigen Fell fällt den meisten Menschen  das sehr feine, geschmeidige und seidig weiche Fell des Setters ein und zum wolligen Fell passt kaum ein Vertreter besser als der Pudel mit seinen feinen Löckchen.

In Schnüre geformtes Haar, das sogenannte Zotthaarkleid, hat der Puli.  Die einzelnen Haare werden selten über 9 cm lang. Es hat durch seine ihm eigene Struktur die Eigenschaft, dass es mit den anderen Haaren zusammenhält: Die ausgefallenen Haare schieben sich an den festsitzenden Haaren entlang, verweben sich und bilden mit der Zeit Zotten oder Schnüre.

Farben des Hundefells

Die Fellfarbe der Hunde wird wie die Fellfarben anderer Tierarten auch durch verschiedene Gene gesteuert. Es gibt zwei Farbstoffe (Melanine), die im Fell vorkommen: schwarzes Eumelanin und rotes Phäomelanin. Alle von Hunden bekannten Fellfarben entstehen durch unterschiedliche Verteilung dieser beiden Farbstoffe im Fell.

Die Domestikation und züchterische Nutzung von Mutationen und Selektion habe dazu geführt, dass es heute Hunde in einer unglaublichen Vielfalt von Farben gibt. Für jede Hunderasse sind die erwünschten Farben im Standard festgehalten und es gibt unterschiedliche Grunde, warum bestimmte Fellfarben in einem Standard festgelegt wurden hat je nach Rasse ganz verschiedene Gründe: von den rein praktischen bis zu den rein ästhetischen.

 

Fellveränderungen

Fellveränderungen bei Hunden können unterschiedliche Ursachen haben, also werden sie nicht unbedingt durch Krankheiten verursacht. Trotzdem ist das Fell bei Hunden der Spiegel ihrer Gesundheit und zeigt, wenn etwas mit dem Hund nicht in Ordnung ist.

Die erste Fellveränderung, die ganz natürlich im Leben jedes Hundes vorkommt, ist der Übergang vom Welpenfell in das Erwachsenenfell. Das Fell von Welpen ist dünn und weich und oft kürzer als das Fell erwachsener Hunde der gleichen Rasse. Einige Welpen beginnen schon im Alter von 3 Monaten ihr Welpenfell zu verlieren und das Erwachsenenfell wächst nach, bei einigen passiert das erst später; das ist bei jeder Rasse und jedem Hund anders. In dieser Phase ist es wichtig, den  Hund mit regelmäßigem Bürsten und kämmen zu unterstützen. Insbesondere bei langhaarigen Hunderassen kann es beim Wechsel des Welpenfells sonst zu Verfilzungen kommen. Je nach Rasse des Hundes, können in dieser Phase auch Veränderungen in der Verfärbung und Mustern am Fell vorkommen, denn oft haben Welpen eine andere Farbe als erwachsene Hunde der gleichen Rasse oder haben keine Muster.

Das Fell erwachsener Hunde durchgeht jedes Jahr zwei große Veränderungen. Dieser erblich festgelegte Haarwechsel soll die frei lebenden Tiere vor der Kälte des Winters bzw. der Wärme des Sommers durch ein entsprechend angepasstes Fell schützen. Die erste der zwei jährlichen Veränderungen passiert im Frühling, wenn der Hund sein Winterfell verliert und das leichtere Sommerfell heranwächst. Die zweite größere Veränderung geschieht im Herbst und die Hunde gewinnen dann ihr dickes, warmes Winterfell. Das Haaren beginnt hinten am Körper und setzt sich nach vorne fort. Es dauert zwischen sechs und sieben Wochen.  Wie schon gesagt, ist das Haaren jahreszeitlich bedingt und wird durch Hormone kontrolliert, die ihrerseits durch die Temperatur und das Licht beeinflusst werden. Das Haaren ist die letzte Phase des normalen Funktionierens eines Haarfollikels. Im ersten, anagenen Stadium befindet sich der Follikel in der tiefen Dermis. Das Wachstum dauert ungefähr 130 Tage (18 Monate bei Afghanischen Windhund). Das zweite Stadium, bzw. das katagene Stadium ist die Phase, in der das Haar nicht mehr wächst, sondern nach oben durch Schichten der Haut wandert. Die dritte Phase, das telogene Stadium bedeutet, dass das Haar endlich ausfällt.

Wie lange der Fellwechsel dauert und wie intensiv der Hund in dieser Phase haart, hängt auch stark von Rasse, Geschlecht, Alter und einer allfälligen Kastration ab. Gerade bei kastrierten Hunden zeigt sich, dass sie oftmals das ganze Jahr über vermehrt haaren.  Es gibt auch Hunderassen, die weniger oder gar nicht haaren. Abgesehen von Nackthunden zählen dazu etwa auch der Pudel, der Yorkshire Terrier, der Malteser oder Bologneser.

Sexuallhormone

Auch Sexuallhormone können Haarausfall verursachen, und so erfahren  Hündinnen  vor der Läufigkeit verstärkten Haarausfall, währenddessen eine relative Wachstumsruhe und nachher ein leicht verstärkter Haarwuchs festgestellt werden können.

Heutzutage passiert es auch, dass unkastrierte Hunde, die in geschlossenen Plätzen die Mehrheit ihrer Zeit verbringen, z.B. in einer Wohnung oder einem Haus leben, das ganze Jahr haaren. Das ist keine Überraschung, da das Haaren durch Hormone bestimmt wird, diese durch Licht und Temperatur beeinflusst werden. Die Hunde leben die meiste Zeit in Räumen, die artifiziell beleuchtet und gewärmt, bzw. gekühlt werden, was auch Einfluss auf die Hormone hat.

Es gibt Hunderassen, die wenig oder gar nicht haaren. Die Nackthunde sind ein offensichtliches Beispiel, da sie an den meisten Teilen des Körpers keine Haare haben. Der Pudel haart auch nicht, da seine Haare den Haaren der Menschen ähneln und ständig nachwachsen. Deswegen muss der Pudel mehrmals jährlich geschoren werden.  Auch Rassen vom Bichon-Typ, sowie Wasserhunde verlieren kein Haar, sondern es muss mit der Schere  geschnitten werden.

Schnauzerrassen (und auch viele Terrierrassen) haaren nicht! Sie verlieren nicht, wie andere Rassen, ihr Fell, sondern das Haar wird „reif“. Das bedeutet, man kann es ganz leicht mit 2 Fingern in Wuchsrichtung rausziehen. Häufig erkennt man das auch, wenn die Haare nicht mehr dicht am Körper anliegen. Zupft man die „toten“ Haare nicht heraus, kann es zu Verfilzungen und Juckreiz kommen.

Im Alter verändert sich auch wie bei den menschlichen Senioren ziemlich Vieles beim Hund: das Fell wird feiner, glanzloser und verfilzt leichter. Kahle Stellen und graue Haare sind auch keine Seltenheit. Sie sind meistens ein Zeichen, dass der Hund ein langes Leben geführt hat und es bis ins tiefe Alter geschafft hat. Die Schnelligkeit des Haarwachstums ist im Alter gesenkt, das Immunsystem funktioniert auch anders und auch die Hormonmengen verändern sich.  Alle diese Faktoren beeinflussen die Haut und die Haare der Hundesenioren. Die Haut wird schlaffer, dünner, trockener und verhornt schneller. Passende, hochwertige Ernährung und Pflege können dem Hundefell den verlorenen Glanz wiederbringen, die Durchblutung fordern und auch die Früherkennung von Krankheiten ermöglichen. Das ist besonders wichtig, weil im Alter Hunde zu Hautveränderungen wie Warzen und gutartigen Fettgeschwülsten neigen; Knötchen und Geschwülsten können aber auch bösartig sein.

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